Dresden
 

Festung Königstein - Sachsen

Festung Königstein
Festung Königstein - Ausblick Festung Königstein - Mauer mit Geschütz

Die Festung Königstein ist ein einzigartiges Zeugnis europäischer Festungsbaukunst.

Über 750 Jahre Geschichte haben diese Wehranlage zu einem eindrucksvollen Ensemble von Spätgotik, Renaissance, Barock und Baustilen des 19. Jahrhunderts werden lassen. Das bizarre und mächtige Gemäuer ist ebenso beeindruckend, wie der grandiose Ausblick auf die malerische Umgebung. Die Festung Königstein nimmt eine Fläche von 9,5 ha (knapp 10 Fußballfelder) ein. Wer sie umwandern möchte, wird 2km gehen müssen. Bei gutem Wetter ist ein Besuch absolut lohnenswert. Tip!
Anfahrt mit dem Auto auf der B172 von Dresden über Pirna ca.30 min.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1241, als König Wenzel I. von Böhmen "in lapide regis" ("auf dem Stein des Königs") die Oberlausitzer Grenzurkunde siegelt. Zu diesem Zeitpunkt existierte auf dem Felsplateau bereits eine zum böhmischen
Königreich gehörendemittelalterliche Burg. Während der Dohnaischen Fehde (1406/08) gelangten Burg und Land in den Besitz der Markgrafen von Meißen. Dieses Besitztum wird 1459 im Vertrag zu Eger den wettinischen Herrschern endgültig zugesprochen.

Da eine sichere Wasserversorgung zu den wichtigsten Voraussetzung für den Festungsbau zählt, wird auf Befehl des Kurfürsten August und unter Leitung des Freiberger Bergmeisters Martin Planer von 1563-69 der mit 152,5 m tiefste Brunnen in Sachsen abgeteuft. 1589 erfolgt der Ausbau der Burg zur Landesfestung: bis 1594 entstehen u.a. das Torhaus, die Streichwehr, die Alte Kaserne, die Christiansburg  (heute Friedrichsburg) und das Alte Zeughaus. 1591 wird der erste Staatsgefangene, Kanzler Dr. Nikolaus Krell, auf die Festung gebracht.

Während des Nordischen Krieges wird hier 1706/07 Johann Friedrich Böttger, der Erfinder des europäischen Porzellans untergebracht. Der wohl "höchste" Besuch die der Festung Königstein zuteil wurde erfolgte 1698 und 1712 durch Zar Peter I.(der Grosse). Im Wettstreit mit den Kurfürsten von der Pfalz lässt August der Starke 1725 das große Königsteiner Weinfass fertigen. Es fasst 238000 l und ist damit größer als das des Pfälzers. Bis 1818 stand es im Keller der Magdalenenburg. 1728 weilte hier der “Soldatenkönigs” Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit seinem Sohn, Kronprinz Friedrich (später Friedrich II.). 

Im Siebenjährigen Krieg suchten hier der Kurfürst und König von Polen August III. und sein allmächtiger Premierminister Graf Heinrich von Brühl Zuflucht, die sächsische Armee kapituliert 1756 auf der Ebene am Lilienstein und wird gefangen genommen. 1806 wird Sachsen durch Napoleons Gnaden Königreich und der Königstein eine Rheinbundfestung. Napoleon inspiziert 1813 höchstpersönlich die Festung Königstein. Die einzige "Erstürmung" erfolgte 1848 durch den Schornsteinfegergesellen Sebastian Abratzky.

Während des Aufstandes 1849 wird sie erneut Zufluchtsort für die sächsische Königsfamilie, danach Gefängnis für die verhafteten Revolutionäre. Nach der sächsischen Niederlage im Preußisch-österreichischen Krieg 1866 erhält die Festung Königstein eine preußische Besatzung. Im Deutsch-Französischen Kriege 1870/71 dient sie als Kriegsgefangenenlager, nach der Reichsgründung von 1871 wird sie in das gesamtdeutsche Festungssystem eingegliedert und erhält wieder eine sächsische Garnison. 1913 wird die Kommandantenstelle aus dem Militäretat gestrichen und ihr Festungscharakter aufgehoben. 

Im Ersten- und Zweiten Weltkrieg werden hier Kriegsgefangene untergebracht. 1942 gelingt dem französischen General Henri Giraud die Flucht aus dem Offiziersgefangenenlager. Die Besatzung ergibt sich 1945 kampflos der Roten Armee, die auf dem Königstein ein Lazarett einrichtet. In den Jahren 1949-55 dient sie als Jugendwerkhof für politisch unbequeme und infolge der Kriegswirren straffällig gewordene Jugendliche.

1955 wird die Festungsanlage der Öffentlichkeit als militärhistorisches Freilichtmuseum zugänglich gemacht. Im Jahr 1991 geht die Anlage in das Eigentum des Freistaates Sachsen über und wird seit dem Jahr 2000 als Betriebsgesellschaft mbH geführt.



 

Öffnungszeiten:
April - September: 9-20 Uhr
Oktober: 9-18 Uhr
November - März: 9-17 Uhr
Einlassschluss:
1 Stunde vor Schließung

Eintrittspreise:
Erwachsene 4,00 €
Ermäßigt 3,00 €
Familienkarte 11,00 €
(Elternpaar und Kinder bis 16 Jahre)
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